NotebookLM heißt jetzt Gemini Notebook: Kostenlos recherchieren, Audio, Video & Bilder bauen

TRMT · · 11 min Lesezeit

NotebookLM heißt jetzt Gemini Notebook: Kostenlos recherchieren, Audio, Video & Bilder bauen

NotebookLM heißt seit Juli 2026 offiziell Gemini Notebook. Der neue Name ist noch ungewohnt. Das eigentlich Spannende ist aber etwas anderes: Gemini Notebook bietet einen ziemlich großen Teil der Recherche und Medienproduktion schon im kostenlosen Standardzugang an.

Gemini Notebook kann im Web recherchieren, Quellen sammeln und daraus einen Bericht bauen. Aus demselben Quellenpaket entstehen anschließend ein podcast-artiges Audio Overview, ein Video Overview, eine Infografik als PNG oder ein Slide Deck. Codex oder Claude Code führt den Ablauf, prüft die wichtigen Aussagen und schreibt daraus den eigentlichen Artikel.

Genau diese Kombination ist für mich so spannend: Recherche, Quellenbasis, Audio, Video und visuelle Formate hängen an einem gemeinsamen Wissenskern. Dafür brauche ich keinen zusätzlichen kostenpflichtigen Gemini-Notebook-Plan. Unbegrenzt ist das Ganze nicht. Aber der kostenlose Einstieg ist deutlich größer, als mein bisheriger Entwurf erkennen ließ.

  • Gemini Notebook Standard, früher NotebookLM, lässt sich mit einem Gmail-Konto kostenlos nutzen.
  • Schon der kostenlose Zugang enthält Deep Research, Reports, Audio Overviews, Video Overviews sowie begrenzte Infografiken und Slide Decks.
  • Codex oder Claude Code steuert den Ablauf. Gemini Notebook übernimmt die breite Recherche und hält die Rohquellen.
  • Aus einem geprüften Artikelkern können ein podcast-artiges Audio Overview, ein Video, eine Infografik und Slides entstehen.
  • Mein Live-Pilot lief mit höheren Kontingenten. Dass der Kern auch kostenlos verfügbar ist, stammt aus der aktuellen Google-Dokumentation.
  • Ab 2. September 2026 führt Google flexible, rechenbasierte Nutzungslimits ein. Kostenlos heißt außerdem nicht, dass Codex oder Claude Code selbst kostenlos sind.

Was daran wirklich kostenlos ist

Google unterscheidet zwischen Gemini Notebook Standard und mehreren bezahlten Stufen. Für Standard nennt die offizielle Hilfe ausdrücklich eine kostenlose Anmeldung mit einem Gmail-Konto. Deep Research, Reports, Audio Overviews und Video Overviews gehören dazu. Infografiken und Slide Decks sind ebenfalls verfügbar, im kostenlosen Zugang aber begrenzt.

Bei meiner Prüfung am 1. September 2026 zeigte die Hilfe noch feste Tages- und Monatskontingente. Google hat allerdings bereits eine Umstellung angekündigt: Ab 2. September sollen flexible, rechenbasierte Limits ausgerollt werden. Dann zählen unter anderem die Komplexität des Auftrags, die Chatlänge, die Anzahl der Quellen und das verwendete Format. Das Kontingent soll sich alle fünf Stunden erneuern.

Google sagt ausdrücklich, dass der Zugriff auf die bisherigen Funktionen erhalten bleibt. Deshalb werbe ich hier nicht mit einer festen Zahl an kostenlosen Audio oder Video Overviews pro Tag. Der wichtige Punkt bleibt: Für den Einstieg muss ich keinen zusätzlichen Gemini-Notebook-Tarif buchen. Bezahlte Pläne geben mir höhere Kontingente.

Mein eigener Live-Pilot lief mit einem Konto, das höhere Limits hat. Ich behaupte deshalb nicht, dass ich genau diesen großen Test komplett im kostenlosen Standardzugang durchgeführt habe. Die kostenlose Verfügbarkeit stammt aus der aktuellen Google-Dokumentation.

Warum das mehr ist als ein kostenloses Recherche-Tool

Kostenlose KI-Suche allein wäre inzwischen kein besonders wilder Aufhänger. Spannend wird Gemini Notebook durch das, was nach der Recherche passiert.

Ein Notebook kann heute mehrere Aufgaben zusammenhalten:

Aus denselben QuellenErgebnis
Deep Research und Webquellenmehrseitiger Recherchebericht
geprüfter QuellenkernAntworten mit Quellenhinweisen
freigegebener Artikelkernpodcast-artiges Audio Overview
derselbe WissenskernVideo Overview mit eigenen Visuals
verdichtete Aussagen und DatenInfografik als herunterladbare PNG-Datei
Struktur und KernaussagenSlide Deck

Das ist für mich der eigentliche Unterschied. Ich muss Recherche, podcast-artiges Audio, Video und Visuals nicht in vier voneinander getrennten Tools neu erklären. Die Formate können aus derselben Quellenbasis entstehen.

Bei „Bildern“ ist eine Grenze wichtig: Gemini Notebook kann Infografiken und Visuals für Videos oder Slides erzeugen. Es ersetzt keinen klassischen Foto-Generator für freie Editorial-Fotos oder eine komplette Bildstrecke. Für den Workflow sage ich deshalb bewusst Bilder und Infografiken, nicht „Gemini Notebook fotografiert mir alles“.

Die Rollen sind überraschend einfach

Codex oder Claude Code ist die Regie. Gemini Notebook ist die Recherche- und Medienbasis.

AufgabeWer sie übernimmt
Leserfrage und Ziel festlegenCodex oder Claude Code
bekannte gute Startquellen mitgebenCodex oder Claude Code
breit im Web recherchierenGemini Notebook Deep Research
Rohquellen und Bericht zusammenhaltenGemini Notebook
wichtige Aussagen am Original prüfenCodex oder Claude Code
Artikel in meiner Sprache schreibenCodex oder Claude Code
Audio, Video, Infografik oder Slides ableitenGemini Notebook
alles vollständig prüfen und freigebenich

Gemini Notebook schreibt damit nicht einfach meine Website voll. Es übernimmt die große Fleißarbeit hinter dem Artikel. Der Schreibagent bekommt anschließend nur die Quellen und Aussagen, die wirklich etwas tragen.

Warum ich die Recherche aus Codex auslagere

Wenn Codex selbst 50 Webseiten, mehrere PDFs und alle Zwischenberichte lesen soll, landet sehr viel Rohmaterial im Arbeitskontext. Das kann funktionieren. Es ist aber nicht automatisch die sinnvollste Verwendung eines bezahlten Agenten-Kontingents.

In meinem Workflow darf Gemini Notebook die große Suche übernehmen. Codex erhält danach höchstens acht Kernquellen, zwölf wichtige Aussagen und ein kurzes Belegpaket. Wenn eine Aussage öffentlich etwas behauptet, öffnet Codex gezielt die Originalstelle und prüft sie.

Das begrenzt den Materialberg, den der Schreibagent verarbeiten muss. Eine konkrete Token- oder Zeitersparnis habe ich noch nicht sauber gemessen. Ich kann deshalb nicht ehrlich behaupten, der Ablauf spare pauschal 70 Prozent Kosten oder verdopple meine Geschwindigkeit.

Der wirtschaftliche Gedanke ist trotzdem klar: Die breite Recherche und mehrere Medienausgaben liegen in einer Gemini-Notebook-Ebene, die bereits kostenlos nutzbar ist. Codex oder Claude Code konzentriert sich auf Planung, Prüfung, Schreiben und die Verbindung mit meinem Projekt. Ob meine bezahlten Kontingente dadurch in der Praxis deutlich länger halten, will ich mit weiteren Artikeln messen.

Meine allgemeine Content-Pipeline mit AI Agents zeigt den breiteren Ablauf. Hier geht es bewusst nur um die neue Recherche- und Medienebene mit Gemini Notebook.

Mein Workflow in neun Schritten

1. Codex bekommt eine echte Leserfrage

„Schreib etwas über Gemini Notebook“ ist viel zu offen. Besser ist: Wie kann ein Solo-Creator kostenlos breit recherchieren und aus derselben Quellenbasis einen Artikel, ein podcast-artiges Audio Overview, ein Video und Bilder ableiten?

Diese Frage hält später alle Formate zusammen.

2. Gute Startquellen kommen zuerst hinein

Wenn ich eine offizielle Dokumentation, das ursprüngliche GitHub-Projekt oder einen wichtigen Test kenne, gebe ich diese Links direkt mit. So beginnt Deep Research nicht bei irgendeinem zufälligen Suchtreffer.

3. Gemini Notebook sucht selbst nach den Lücken

Der Auftrag verlangt nach Primärquellen, aktuellen Angaben, Widersprüchen und einer vernünftigen Gegenposition. Deep Research darf dafür sehr breit suchen. Google beschreibt die Funktion als Rechercheagenten, der Hunderte Websites untersuchen und daraus einen mehrseitigen Bericht erstellen kann.

4. Aus vielen Treffern wird ein kleiner Quellenkern

Gemini Notebook sortiert die Kandidaten vor. Danach prüft Codex, welche Quellen wirklich nah am Ursprung sind und welche nur andere Seiten zusammenfassen.

Mein Ziel sind höchstens acht starke Kernquellen. Der Rest bleibt im Notebook und muss nicht komplett in den Schreibagenten wandern.

5. Nur belegbare Aussagen gehen zurück an Codex

Das kleine Paket enthält maximal zwölf Aussagen. Jede Aussage braucht eine Quelle, eine auffindbare Stelle und eine sichtbare Grenze. Was sich nicht sauber zurückführen lässt, bleibt offen oder fliegt raus.

6. Der Artikel entsteht neu

Das Belegpaket ist kein fertiger Blogtext. Codex baut daraus einen eigenen Einstieg, eine verständliche Reihenfolge und meine Sprache. Gemini Notebook darf Fakten sortieren. Es darf keine persönlichen Erfahrungen erfinden.

7. Der geprüfte Artikelkern geht zurück zu Gemini Notebook

Erst wenn die Aussagen stimmen, wird aus dem Text eine Medienvorlage. Gemini Notebook bekommt die ausgewählten Quellen, den geprüften Artikelkern und einen konkreten Auftrag für das nächste Format.

8. Ein Thema wird zu mehreren Formaten

Je nach Zweck entsteht ein Audio Overview, Video Overview, eine Infografik oder ein Slide Deck. Ich muss das Thema dabei nicht jedes Mal von null erklären. Die Quellenbasis bleibt dieselbe.

9. Jedes Ergebnis bleibt zuerst ein Entwurf

Ein gut klingendes Audio Overview kann eine Aussage trotzdem falsch zuspitzen. Ein Video kann ein Bild zeigen, das die Quellen nicht hergeben. Eine Infografik kann Zahlen falsch beschriften. Deshalb prüfe ich jedes Format vollständig, bevor irgendetwas veröffentlicht wird.

Warum ich den Hybrid-Modus am stärksten finde

Ich kann den Ablauf auf drei Arten starten:

  • Curated: Ich gebe alle Quellen vor. Das passt zu engen Tests und bekannten Dokumentationen.
  • Deep: Gemini Notebook sucht selbstständig zu einer offenen Frage. Das ist breit, braucht aber mehr Kontrolle.
  • Hybrid: Ich setze starke Startquellen. Gemini Notebook sucht die Lücken und Gegenpositionen.

Für größere TRMT-Artikel ist Hybrid mein Favorit. Die Recherche bekommt einen vernünftigen Startpunkt, bleibt aber offen genug für Quellen, an die ich selbst nicht gedacht habe.

Der Live-Pilot war stark und gleichzeitig ein guter Warnschuss

Für meinen Test gab ich drei Startquellen vor und ließ Deep Research den Rest suchen. Der Lauf meldete 62 gefundene Quellen und 50 zitierte Kandidaten. Nach dem Import zeigte die unabhängige Quellenliste sogar mehr Einträge als erwartet.

Auch die erste automatische Kernauswahl lag daneben. Gemini Notebook behandelte seinen eigenen Recherchebericht wie eine Primärquelle und priorisierte mehrere Seiten, die für den Artikel zu schwach oder schlicht unnötig waren.

Genau deshalb ist der Workflow nicht „Knopf drücken und blind veröffentlichen“. Gemini Notebook kann breit suchen und aus einem Quellenpaket mehrere Formate erzeugen. Die wichtigen Aussagen und die endgültige Quellenauswahl prüft Codex danach noch einmal am Original.

Der Fehler macht das kostenlose Angebot für mich nicht kleiner. Im Gegenteil. Ich bekomme eine ziemlich mächtige Recherche- und Medienbasis. Ich muss sie nur wie ein Werkzeug behandeln und nicht wie eine Wahrheitmaschine.

Der inoffizielle Haken bei Codex und Claude Code

Die automatische Steuerung läuft weiterhin über notebooklm-py. Das Open-Source-Projekt steht unter der MIT-Lizenz und stellt eine Kommandozeile, eine Python-Schnittstelle und einen Agent-Skill für Codex, Claude Code und andere Agenten bereit.

Das Projekt stammt nicht von Google und nutzt interne Schnittstellen. Wenn Google etwas ändert, kann die Verbindung brechen. Die lokale Login-Sitzung muss außerdem wie ein Schlüssel behandelt werden. Sie gehört weder in den Website-Code noch in einen öffentlichen Download.

Mein Ablauf stoppt deshalb bei unvollständigen Ergebnissen. Er veröffentlicht nichts automatisch. Das klingt weniger spektakulär als eine vollautomatische Content-Maschine, ist aber sehr viel vernünftiger.

Ist das nun der beste kostenlose KI-Content-Workflow?

Für einen Solo-Creator ist die Kombination gerade absurd stark: Gemini Notebook recherchiert bereits im kostenlosen Standardzugang, hält die Quellen zusammen und erzeugt daraus Audio, Video, Infografiken und Slides. Codex oder Claude Code übernimmt die Teile, bei denen Planung, Kontrolle, Sprache und Projektwissen wichtiger sind.

Für mich steckt die Besonderheit in dieser Mischung innerhalb eines einzigen quellengebundenen Arbeitsraums. Der kostenlose Einstieg deckt bereits mehrere Schritte ab. Ein vollständiger Marktvergleich ist das nicht.

Ob mein Workflow am Ende wirklich schneller und günstiger ist, muss ich noch messen. Der wichtigste Vorteil ist aber jetzt schon klarer als im ersten Entwurf: Ich kann die große Recherche und mehrere Content-Formate in Gemini Notebook bündeln, ohne dafür sofort einen weiteren Bezahlplan zu brauchen.

Und genau deshalb ist dieser Workflow für mich gerade einer der spannendsten Wege, um aus einer guten Frage einen Artikel, ein podcast-artiges Audio Overview, ein Video und visuelle Inhalte zu bauen.

Quellen und Einstiegspunkte